Michi Steinböck holt bei Staatsmeisterschaften Bronze im Reißen

Michael Steinböck, HSV Langenlebarn

In der stark besetzten und hart umkämpften Kategorie der Leichtgewichte setzte sich unser Michael Steinböck gegen seine um 20 Jahre jüngeren Konkurrenten durch und holte sich bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften der Allgemeinen Klasse Bronze im Reißen.

Seine Leistung ist nicht hoch genug einzuschätzen. Ganze 3 Kilogramm bzw. mehr als 4 % seines Körpergewichts musste er in den letzten Tagen abspecken, um in der Kategorie bis 69 kg starten zu können. Dazu hinterließ die Doppelbelastung durch insgesamt schon 6 Starts in beiden Mannschaften der WKG HSV Trenkwalder NÖ (Nationalliga A und Oberliga Ost) Spuren. Die Formkurve zeigte nach unten.

Trenkwalder - Sponsor der Sektion Kraftsport des HSV Langenlebarn

Doch es wäre nicht Michael Steinböck, wenn er nicht bis zum letzten Versuch alles gegeben hätte. Taktisch perfekt getimt und betreut von seinem Trainingspartner Stefan Weindl schlug er den Weg des kalkulierten Risikos ein. Schon mit seinem Anfangsgewicht von 89 kg ließ er den ersten seiner beiden Hauptkonkurrenten um die Bronzemedaille, den Bad Häringer Florian Leitner, um 2 kg hinter sich. Der andere, Thomas Sauerlachner aus Ranshofen, zog mit seinem Zweitversuch gleich und steigerte auf 91 kg. Jetzt mussten wir für den nächsten Versuch 92 kg beim Kampfgericht nennen, da Sauerlachner ein geringeres Körpergewicht hatte (bei gleicher Leistung gewinnt der leichtere Athlet). Obwohl der Ranshofener dieses Gewicht nicht bewältigte, brauchte Michi die 92 kg-Grenzlast unbedingt, um sich Bronze zu sichern. Und scheiterte knapp. Jetzt blieb nur noch ein Versuch für die Ausbesserung. Mit unnachahmlichem Kampfgeist und unter Aktivierung aller noch vorhandenen Kraftreserven streckte er sich mit der schweren Hantel, tauchte blitzschnell darunter und fixierte nach kurzer Unsicherheit das Gewicht. Der Glanz der Medaille strahlte aus seinen Augen.

Michael Steinböck und Mario Pichler mit ihren Medaillen

Mit dem Erreichen des Großziels Reiß-Medaille waren dann auch etwas die Luft und die erforderliche Spannung heraus. Als schwächster Stoßer im Feld der Medaillenanwärter konnte er in Blickrichtung Zweikampf den Angriff von Sauerlachner noch abwehren, doch der vielversprechende Nachwuchsheber Leitner zog unaufhaltsam an ihm vorbei. So blieben ein 5. Platz im Stoßen, ein 4. im Zweikampf und der redlich verdiente 3. Platz im Reißen.

Jetzt gilt es vor allem zu regenerieren und neue Kräfte zu sammeln. Deshalb wird Michi auch auf seinen geplanten Start bei den Europameisterschaften der Masters in 14 Tagen verzichten. Erstens wäre das Verletzungsrisiko in seiner Verfassung zu groß, und zweitens hätte er nur in Höchstform eine Chance, um die vorderen Plätze mitzufighten.

 

Mario Pichler, ehemaliger HSV-Kollege, mit dem wir eine Fahrtgemeinschaft nach Rum bildeten, konnte übrigens trotz Trainingsrückstands den Vize-Staatsmeistertitel in allen Disziplinen erheben.

Gratulation nicht nur an Michi und Mario, Gratulation vor allem auch an die Rumer Organisatoren: sie haben eine perfekte Veranstaltung hingezaubert, die den Vergleich zu Großevents anderer Sportarten nicht zu scheuen braucht. Hervorragende Aufwärm- und Wettkampfbedingungen für die Athleten, ein reibungsloser Ablauf, beste Verpflegung, technische Gustostückerl für die Zuschauer (z. B. Zeitlupen-Wiederholungen aller Versuche) und ein herzliches Ambiente – so soll sich der Gewichtheber-Sport auch in Zukunft präsentieren!

Wettkampf-Protokoll
Kategorien -56, -62, -69 kg
2011-05-21 ÖSTEM -69 Protokoll.pdf
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