Riesen-Erfolg für HSV-Nachwuchs bei Internationalem Juniors Battle: 3 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze

Vor zwei Jahren freuten wir uns noch, bei diesem renommierten internationalen Jugendturnier drei Bronze-Medaillen eingeheimst zu haben. Im Vorjahr durften wir bei den ganz Jungen schon einen vollen Erfolg feiern. Heuer übertraf unser Nachwuchs sogar unsere kühnsten Prognosen: gleich dreimal standen unsere Athletinnen und Athleten auf dem obersten Podest…

Bei den 10- bis 12-jährigen Burschen bewies Philipp Pöltl seine unaufhaltsame Entwicklung. Neue Bestleistung im Reißen (22 kg), Bestleistung im Stoßen eingestellt (26 kg), das ergab in Summe erstmals über 100 Sinclair-Punkte – ein Meilenstein! Für eine Medaille reichte es als Zweitjüngster im Feld zwar noch nicht (das ist nur eine Frage der Zeit); die holte hingegen völlig überraschend Marijan Tolic, der noch ausschließlich in der Athletik-Akademie Tulln trainiert. Mit drei neuen Bestleistungen (35/45/80) ließ er starke Konkurrenten aus der Tschechischen Republik und Deutschland hinter sich.

Wie populär Gewichtheben bei den Mädchen geworden ist, konnte man in derselben Altersgruppe beobachten: Gleich 19 junge Damen zwischen 10 und 12 wurden in drei Kategorien – leicht, mittel und schwer – gewertet. Einmal mehr in einer eigenen Liga hob die 10-jährige Freija Aflenzer. Trotz dezenter Zurückhaltung (gerade die Jüngsten sollten nicht ständig ihre Grenzen ausloten) errang sie mit 160 Punkten und einem Riesenvorsprung auf den Rest des Feldes bereits zum zweiten Mal hintereinander den Sieg bei den „leichten Mädchen“. In der gleichen Gruppe zeigte Christina Dillinger bei ihrem ersten internationalen Auftreten eine fehlerlose Serie mit drei neuen Bestleistungen und erreichte den 6. Platz. In der mittleren Gewichtsklasse debütierten Alina Novak und Selina Stöger ebenfalls mit makellosen Leistungen und den Rängen 4 und 6.

Das emotionalste und freudentränenreichste Gold holte sich völlig überraschend Tamara Köbe in der Gruppe „schwer“. Für eine 12-Jährige unglaublich konzentriert, ruhig und professionell, verbesserte sie mit sechs mustergültigen, technisch einwandfreien Versuchen ihre erst vor drei Wochen aufgestellten Bestleistungen gleich um 7 kg (43 kg Reißen, 55 kg Stoßen). Und das war auch nötig, weil ihre unmittelbaren und höher eingeschätzten Konkurrentinnen aus Oberösterreich und der Steiermark starke Leistungen vorlegten. Mit einer ausgefuchsten Strategie ihrer Betreuer Stefan Weindl und Jürgen Pikola holte sie sich im Reißen einen kleinen Vorsprung heraus. Doch ihre Gegnerinnen ließen nicht locker und zwangen Tamara zu Steigerungen, die so nicht zu erwarten waren. Nach 48 kg im ersten Stoßversuch ließ sie sich gleich 53 kg für den Angriff auf Silber auflegen. Schwer umgesetzt, trotzdem sicher ausgestoßen! Aber der Erfolgshunger war noch nicht gestillt. Letzter Versuch der gesamten U12-Gruppe: 55 kg für Gold, 4kg über Bestleistung. Einklatschen des begeisterten Publikums. Viel leichter umgesetzt, ein Hauch eines Lächelns auf den Lippen – und souverän ausgestoßen! Der erste Sieg in einem großen Bewerb, ein unvergessliches Erlebnis. In diesem Jubel darf aber Emma Steigele nicht untergehen, die ebenfalls eine Premiere auf internationaler Bühne feierte, und mit drei neuen Bestleistungen den guten 6. Platz erreichte.

Am nächsten Tag ging es mit den U17-Burschen weiter. Und hier konnten wir erfreulicherweise feststellen, dass unsere Jungs mittlerweile mit der internationalen Konkurrenz nicht nur mithalten, sondern auch ganz vorne mitkämpfen können. In der Gewichtsklasse bis 62 kg lieferte Max Aflenzer einen harten Fight mit dem deutschen Mark Griebel, der sich bei diesem Turnier für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren konnte. Mit 72 kg Reißen und 166 kg Zweikampf stellte er zwar neue Bestleistungen auf, bei den für den möglichen Sieg entscheidenden Drittversuchen musste er aber der enormen Hitze an diesem Tag Tribut zollen. Dennoch glänzt die Silber-Medaille besonders hell, bedenkt man, dass sich Max gegenüber dem Vorjahr um 40 kg gesteigert und alle Konkurrenten, die damals noch vor ihm lagen, weit hinter sich gelassen hat. Matthias Gregor überzeugt ebenfalls mit neuen 60 kg Reißen und 136 kg Zweikampf. Ein kleines Hoppala passierte ihm im Stoßen, wo er die geplante Bestleistung von 80 kg bereits gültig zur Hochstrecke gebracht hatte, durch verfrühten Jubel aber die Körperspannung verlor und vor dem Ab-Signal des Kampfrichters fallen ließ. Er wurde guter 6.

In der nächsthöheren Kategorie bis 69 kg schaffte Max Moldaschl nach Bronze und Silber in den Vorjahren endlich seine ersehnte Gold-Medaille. Schon im Reißen machte er mit einer neuen Bestleistung (82 kg) alles klar, im Stoßen dann aufgrund der Hitze nur mehr das Notwendige. Das Ergebnis: ein überlegener Sieg. Spannend ging es hingegen auf den weiteren Medaillenplätzen zu. Sebastian Köbe schienen die hochsommerlichen Temperaturen nichts auszumachen. Er pulverisierte seine erst vor einer Woche aufgestellten Bestleistungen um weitere, unfassbare 7 kg (74 kg Reißen, 91 kg Stoßen) und lieferte sich mit dem Buchkirchner Benjamin Paul einen Kampf um jedes Kilogramm. Am Ende standen beide mit der gleichen Leistung in der Wertung, und Sebastian musste seinem Gegner nur um das 0,5 kg schwerere Körpergewicht den Vortritt lassen. Dennoch ein beeindruckender Erfolg in einer überaus stark besetzten Gruppe.

In der Mannschaftswertung erreichten wir unter 12 Teams aus Österreich, Deutschland, Italien, Wales, der Schweiz und der Tschechischen Republik den 6. Platz. Klingt nicht berauschend? Vier der vor uns liegenden Teams waren Landesverbände, die mehrere Vereine unter einem Dach versammelten. Der einzige besser platzierte Verein war Rotas Rotava – und die stellten gegenüber unseren 12 Startern ein Kontingent von 19 Athleten… Alles ist relativ ;-)

Alle Ergebnisse im Detail
RESULTBOOK_XIV._Int._JUNIORS_BATTLE_2015
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