Florian Koch Universitäts-Weltmeister im Reißen!

Bei der FISU-WM vor zwei Jahren betrat Florian Koch erstmals eine internationale Treppe und belegte dort den 4. Rang. Diesmal bereitete er sich in einem mehrwöchigen Trainingslager noch intensiver vor. Als mittlerweile 5.-stärkster österreichischer Gewichtheber war die Hoffnung auf einen Podestplatz groß, die Konkurrenz vorab aber kaum einzuschätzen.

Leider erhielten seine großen Ambitionen schon beim Aufwärmen einen Dämpfer: heftige Überlastungsschmerzen in der Hüfte ließen ihn einige WarmUp-Versuche abwerfen. Dennoch hielt er bei seinem hohen Anfangsgewicht von 152 kg fest. Als er an die Hantel trat, stand fest, dass diese Leistung bereits eine Medaille bedeuten würde. Mit unheimlicher Kühnheit bewältigte er den Versuch ganz sicher. Jetzt wollte er mehr. Doch sein Zweitversuch auf 156 kg war überzogen und landete hinter ihm auf der Treppe. Alles oder nichts – Florian pokerte, verzichtete auf eine Ausbesserung und ließ auf 158 kg steigern. Damit war sein Titelkonkurrent Björn Günther aus Deutschland auf 157 kg an der Reihe. Und der zeigte Nerven und einen ungültigen Versuch durch Nachdrücken der Arme. Die Ausbesserung gelang jedoch, wodurch Florian unter Zugzwang war. Wenn auch die Hüfte schmerzte – seine Nerven schienen heute aus Stahl zu sein: zur Überraschung aller brachte er die neue persönliche Bestleistung von 158 kg wunderschön zur Hochstrecke und ging damit in Führung. Nur mehr Björn Günther konnte jetzt die Sensation verhindern, doch der – sichtlich verunsichert – scheiterte an den siegbringenden 159 kg. Damit kürte sich Florian zum ersten österreichischen Medaillengewinner bei einer FISU-WM, und das gleich mit GOLD!

Die Anstrengungen forderten im Stoßen jedoch ihren Tribut. Florian musste mit 174 kg früher als geplant in die zweite Teildisziplin starten. Die weiteren Versuche auf 178 und 180 kg schlugen fehl – die schmerzende Hüfte verhinderte ein Aufstehen aus der Hocke. Damit blieben als weitere Resultate ein 6. Platz im Stoßen und ein undankbarer 4. Rang im Zweikampf. Schade, denn mit seiner eine Woche zuvor in der Bundesliga erbrachten Leistung von 180 kg hätte er sogar um Zweikampf-Gold mitkämpfen können. Dennoch überwog natürlich die Freude über den sensationellen Weltmeistertitel im Reißen – eine Leistung, die ihm so schnell niemand nachmachen wird.